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"Spiritualität ist IN - der Heilige Geist auch?"

09.03.2026

(Christine Jann) Am 3. Fastensonntag kam mit Dr. Christian Hartl der Leiter des Exerzitienhauses Leitershofen nach Neuburg. In seiner Fastenpredigt ging es darum, was christliche Spiritualität unterscheidet von der aktuell so gefragten „spirituellen“ Suche nach Lebenshilfe, Selbstoptimierung und Esoterik.

Hartl erinnerte an ein Wort von Paulus, der die getauften und gefirmten Christen als „Pneumatikoi“ bezeichnet hat – als Geistbegabte. Würde man den Begriff ins Lateinische übersetzten, hieße er „Spiritualis“. Jeder Mensch, der versucht, das Evangelium in seinem Leben zu verwirklichen, ist also ein spiritueller Mensch.

Im Laufe der Geschichte gab es viele gelungene Entwürfe für christliche Spiritualität: wenn Menschen versucht haben, auf die Herausforderungen ihrer Zeit aus dem Geist Gottes heraus zu antworten (wie z.B. Benedikt, Franziskus, Ignatius von Loyola). 
Aus der jüngsten Zeit zitierte der Prediger Karl Rahner, für den Spiritualität „Leben aus dem Geist“ bedeutete. Für den Wiener Pastoraltheologen P.M. Zulehner ist sie: „die Verwirklichung des Glaubens unter den konkreten Lebensbedingungen“.

Dass sie Glaube und Leben verbinden will, den Glauben in den konkreten Lebensumständen verwirklichen will, macht also das Spezifikum der christlichen Spiritualität aus. Der Prediger erinnerte dazu auch an ein sehr schönes Bild von Karl Barth: Um Glaube und Leben zusammen zu bringen, brauche es „in der einen Hand die Bibel, in der anderen Hand die Tageszeitung“.
Dass der Geist Gottes in der Welt ist und uns dabei unterstützt – jede Inspiration, jede unverhoffte Lösung, die uns zufliegt, könne dafür ein Zeichen sein.

Für alle, die die Fastenpredigt verfolgten, hatte Christian Hartl folgende Übersicht und Zusammenfassung verfasst, an die er zum Weiterwirken noch einige Impulse anfügte.

(Bilder: Wolfgang Böhm)