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"Ihr seid der Leib Christi"

20.06.2025

(Christine Jann) Am Donnerstag konnten die Katholiken der PG bei herrlichem sonnigen Wetter Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und des Blutes Christi feiern. Es waren ideale Bedingungen, um in der Prozession mit dem Allerheiligsten auf die Straße zu gehen und in aller Öffentlichkeit den eigenen Glauben zu bezeugen.

In der vollen Hofkirche, in der sich auch zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens und der Orden fanden, zitierte Pfarrer Herbert Kohler in seiner Predigt Augustinus. Um das Geheimnis des Leibes Christi zu verstehen, legte der im 4. Jahrhundert Neugetauften ein Pauluswort ans Herz: "Ihr aber seid der Leib Christi und seine Glieder" (1 Kor 12,27). Das „Amen“ beim Empfang der Eucharistie sei die Unterschrift, das Bekenntnis dem zuzustimmen und entsprechend zu handeln – als ein Glied des Leibes Christi. So fasste der Kirchenlehrer Augustinus das Geheimnis der Eucharistie in einem Wort zusammen: „Seid, was ihr empfangt – Leib Christi, und empfangt, was ihr seid – Leib Christi“

Das zu werden, was wir sind, eine Gemeinschaft mit Christus, das sei das Geheimnis, das die Eucharistie uns immer wieder verdeutliche, ergänzte der Stadtpfarrer, um gleichzeitig auch jeden einzubinden: in dieser Gemeinschaft, wo die vielen Glieder den einen Leib bilden, habe jeder eine andere Aufgabe, ein anderes Talent, das einzubringen sei. Er wies aber auch darauf, dass das Miteinander nicht immer einfach und harmonisch sei, so dass der Leib Christi auch viele Wunden habe.

Es stimme ihn hoffnungsvoll, dass der neue Papst Leo XIV. als Augustiner sich in diesem Denken des Augustinus bewege. In seiner ersten Ansprache als Papst habe er das Augustinuswort: „Mit euch bin ich Christ, für euch bin ich Bischof“ aufgenommen. So zeigte sich Kohler zuversichtlich, dass der neue Papst den Leib Christi aufbauen möchte – eine Kirche, in der alle ihren Platz haben, und rief zum Gebet für Papst Leo XIV. auf. 

Mit der musikalischen Begleitung einer Abordnung der Stadtkapelle und dem Kirchenchor machten sich die Gläubigen nach dem Gottesdienst in der Prozession auf den Weg durch die Stadt. Auch hier klang bei den kurzen Ansprachen an den vier Altären, die Gabe und Aufgabe Leib Christi zu sein immer wieder an.

Die erste Station an der Mariensäule am Karlsplatz gestaltete diesmal die Kolpingjugend, die in ihrem Beitrag auch die Suche nach der eigenen Identität ansprach. Beim nächstes Halt am Stadttheater betonte Stadtpfarrer Kohler die Vielfalt der Talente und Begabungen, die das künstlerische Leben der Stadt prägten. In der unteren Stadt angekommen schaute er auf die vielen kriegerischen Konflikte. Wenn er auf diese schrecklichen Bilder schaue, könne er das Leid fast körperlich spüren – diese gewaltigen Verwundungen an dem einen Leib Christi.
Der letzte Altar vor der Hl. Geist Kirche wurde von der polnischen Gemeinde in Neuburg gestaltet, die regelmäßig in der Pfarrkirche Gottesdienst feiert. Die kleine Abordnung beeindruckte mit einem polnischen Gebet und einem berührenden Lied und ihrem Dank für die gute Aufnahme in Neuburg.
Zum Abschluss zeigte sich auch hier die Vielfalt des Leibes Christi und sein „katholisch“ sein – im Sinne von allumfassend.

(Bilder: Christine Jann)