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Erfüllte Kar- und Ostertage 2026

06.04.2026

(Christine Jann, Herbert Kohler) Eine voll besetzte Hofkirche am Gründonnerstag, darunter über 50 Ministranten, bewegende Karfreitagsfeiern und stimmungsvolle Osternächte in allen sieben Gemeinden prägten die zurückliegenden Tage. Pfarrer Herbert Kohler berichtet dankbar, dass die wichtigsten Feiertage des Kirchenjahres reibungslos verliefen und die Gottesdienste sehr gut besucht waren.

Gründonnerstag – Apostelinnen und Apostel gesucht

Vertreterinnen und Vertreter aus allen neu gewählten Pfarrgemeinderäten waren zur Fußwaschung am Gründonnerstag geladen – in Erinnerung an die Geste, die Jesus an den Aposteln vor dem letzten Abendmahl vollzog. „Aber wie hießen die 12 Apostel gleich nochmal?“ fragte Pfarrer Kohler in seiner Ansprache erstmal Kinder und Erwachsene. Einige Namen kamen sofort, aber es war dann doch etwas mühsam alle 12 Apostel zu benennen. Kein Wunder, schließlich berichte die Bibel über die meisten nur recht wenig, trotzdem seien ihre Namen überliefert worden. Offensichtlich hätten sie nichts Spektakuläres vollbracht, aber sie seien mit ihrem Namen für die Freundschaft zu Jesus eingestanden. Das sei auch heute wichtig: Mit dem eigenen Namen für den Glauben und das Vertrauen auf Jesus einzustehen.
Exemplarisch für viele engagierte Christen hatte Kohler die Mitglieder aus den Pfarrgemeinderäten, die durch ihre Nennung auf den Wahllisten ganz öffentlich mit ihrem Namen für ihren Glauben einstanden, zur Fußwaschung eingeladen, dazu zwei Vertreter der Chöre und mit Hilde Bullinger und Elke Heyne auch zwei klanghafte Namen des Neuburger Stadtlebens.

Karfreitag

Am Vormittag begleiteten Kinder und Familien Jesus auf seinem Kreuzweg, sowohl in St. Peter als auch in Hl. Geist.
Die Liturgien am Nachmittag wurden geprägt von der ausführlichen Leidensgeschichte, von der Verehrung des Kreuzes und der Kommunion.
In St. Peter vertiefte ein Vokalensemble unter Leitung von Michael Bachmann mit eindrucksvollen Gesängen die Feier, in Hl. Geist unterstützte eine Männerschola Organist Max Höringer.
In seiner kurzen Ansprache fragte sich Pfarrer Herbert Kohler, was denn das Wort Jesus am Kreuz „Es ist vollbracht“ eigentlich bedeute und versuchte sich dem mit einigen Impulsen zu nähern. Schuldscheine, die erledigt waren und zerrissen wurden, trugen diesen Ausdruck. So habe Jesus mit seinem Tod und Auferstehung alle Schuld der Menschen getilgt. „Aber will ich das wirklich, dass ein anderer für meine Fehler einsteht?“ stellt Kohler dazu selbstkritisch in den Raum. Um gleichzeitig aber darauf hinzuweisen, dass es so viel Schuld in der Welt gäbe, die allein von Menschen nie beglichen werden könnte.
Ein zweiter wichtiger Hinweis zur Bedeutung des Ausdrucks ist, dass er im Alten Testament in der Schöpfungsgeschichte die Vollendung der Schöpfung bezeichnet. Am Kreuz werde die Schöpfung also erst wirklich vollendet – nein, nicht am Kreuz, sondern am Ostermorgen, so der Prediger.

Am Karsamstag lud die Trauermette zu einer sehr schönen und bewegenden halben Stunde in die Hofkirche ein. Mit Psalmen, Gesang und Gebeten wurde so an diesem „Sabbattag“ dem Tod Jesu gedacht.

Osternacht

Alle Osternachtfeiern am Samstagabend fanden großen Anklang und waren voll besetzt.
In St. Peter stimmte Manni Obermeier wunderschön das feierliche Exsultet an, den Lobgesang auf das Osterlicht. Zahlreiche Körbe mit den Osterspeisen standen vor den Altären und warteten auf ihre Segnung am Ende der Feier.
In seiner Ansprache griff Pfarrer Kohler den Titel des neuen Films von Hape Kerkeling auf: „Horst Schlämmer sucht das Glück“. Ohne den Film schon gesehen zu haben fand er es eine spannende Frage, wo das Glück zu finden ist. Dazu erzählte er drei Beispiele von Menschen, die nach schwierigen Erfahrungen und Lebenssituationen aufstanden, weitermachten und nicht aufgaben. Für die sich so neue Chancen auftaten und die die neuen Lebensperspektiven, die ihnen geschenkt wurden, auch annahmen. Darin sehe er echte und wirkliche Freude und Glück, im Unterschied zu oberflächlichem Spaß, betonte Kohler. Das sei für ihn auch das Spezifische des christlichen Osterglaubens: Wo das Leben Grenzen (wie durch Krankheiten oder Tod) setzt, wo etwas zerbrochen ist oder wir mit einem schweren Verlust umgehen müssen, dürfen wir darauf vertrauen, dass das nicht das letzte Wort ist, dass es immer ein „Ostern“ gibt mit neuem Licht in aller Dunkelheit.

In den Gemeinden Hl. Geist, Ried und Rohrenfels wurde die Osternacht in der Früh um 05:30 Uhr gefeiert und war auch hier gut besucht.
Es war ein wunderschöner Morgen, windstill, angenehm, der Morgendunst lag über Donau und Feldern. In den Kirchen brachen während der Gottesdienste die Strahlen der aufgehenden Sonne durch die Fenster und erfüllten die Gotteshäuser mit österlichem Licht.
In Hl. Geist sang der Kirchenchor um 10:30 Uhr in österlicher Freude, während sich in der Hofkirche viele Kinder und Familien versammelten. Das Vorbereitungsteam hatte zur Veranschaulichung des Osterereignisses das Bild vom Küken gewählt, das durch die Schale des Ei´s ins Leben aufbricht. Die Kinder sollten alle ein kleines Stoffküken mitbekommen zur Erinnerung, doch die 60 Exemplare reichten gar nicht aus für die große Schar der Kleinen.

Ostermontag

Am frühen Morgen brach eine kleine Schar bei wunderbarem Wetter auf zum Emmausgang, der von der Studienkirche über den Seminargarten in die Kapelle im Maria Ward Institut führte. Pfarrer Dominic Leutgäb feierte dort die Eucharistie, bevor es danach zum gemeinsam Frühstück ging.
In Hl. Geist waren nochmal speziell Kinder und Familien eingeladen. Gemeindereferentin Anne Strahl erzählte von einem persönlichen Hasenerlebnis ihrer Kindheit. Mit ihrem Vater hatte sie auf einem Feld einen wie tot wirkenden Hasen entdeckt, der auf ein Klatschen spontan aufsprang und auf und davon rannte. So wolle Ostern auch uns aus mancher Erstarrung, Lähmung oder Leblosigkeit zu neuem Leben erwecken.

(Bilder: Christine Jann)