Ein Zuhause bei Gott
(Christine Jann) Vor der Hofkirche wurden schnell noch die letzten Kräuterbuschen verkauft, die wieder die unermüdlichen Frauen des Frauenbunds gestaltet hatten. In der Kirche begrüßte Pfarrer Herbert Kohler die zahlreichen Gläubigen und segnete die Kräuter und Blumen. Sie heilen und helfen uns und können so als Sinnbild für das ewige Heil dienen. Das Hochfest Mariä Himmelfahrt sei das Fest, an dem wir uns und die ganze Schöpfung dem Himmel entgegen hielten – mit der Bitte um unsere endgültige Vollendung bei Gott, deutete Pfarrer Kohler das Fest in seiner Einführung.
Nach zweijähriger Pause intonierte der Kirchenchor wieder die traditionelle Ettaler Liebfrauenmesse, die in früheren Zeiten „gesetzt“ war. Die Sängerinnen und Sänger brachten die eingängigen Melodien teils allein, teils mit der Gemeinde sehr schön zu Gehör.
In seiner Ansprache brachte Kohler mit einem Erlebnis bei der Taufe eines 5-jährigen Mädchens alle zum Schmunzeln. Als er gerade zur Taufe ansetzen wollte und sie mit ihrem Namen ansprach, ergänzte die Kleine wie aus der Pistole geschossen ihren Nachnamen und die genaue Wohnadresse. Sie wusste ganz genau, wo sie zuhause ist, wo sie hingehört.
Der Pfarrer erinnerte daran, was in der Taufe geschieht: dass wir Christen werden, Kinder Gottes, und damit eine Wohnung im Haus des Vaters haben. Wir bekommen sozusagen eine Wohnadresse über dieses Leben hinaus – eine Heimat im Himmel, wie Paulus im Philipperbrief schreibt.
Das sei es, was am heutigen Festtag gefeiert werde: Wir und die ganze Schöpfung sind für das Leben bei Gott bestimmt, unser Leben voll-ende sich im Licht des Himmels. Mit diesem Blick über den Tod hinaus könnten wir doch viel gelassener, freier, freudiger, aber auch bescheidener und demütiger leben, weil noch so viel auf uns wartet.
Patrozinium und Pfarrfest in Bittenbrunn
Wie schon in den letzten Jahren feierten die Bittenbrunner ihr Patrozinium im Pfarrgarten – neben den Gräbern ihrer Angehörigen. Dadurch entsteht eine ganz besondere Atmosphäre, die Tod und Leben zusammenbringt und die Hoffnungsperspektive von Maria Himmelfahrt sehr schön widerspiegelt.
Auch heuer erfreute der lebendige und schwungvolle Chor Laetare die Gemeinde, indem er für und mit den Kirchenbesuchern den Festgottesdienst gestaltete.
Die fleißigen Frauen des Pfarrgemeinderats und ihre Helfer/Innen hatten nicht nur im Vorfeld viele Kräuterbuschen gebunden, sondern auch ein unglaublich vielfältiges Buffet vorbereitet. Alle konnten nur staunen über die große Auswahl an herzhaften Snacks und leckeren Kuchen. Obwohl alle gerne zugriffen, blieb noch einiges übrig.
Pfarrer John Kyazze, unterstützt von Pfarrer Kohler und den Männern des Pfarrgemeinderats, zapften zwei Fässer Bier an und schenkten für die durstigen Kehlen aus.
Es war schon dunkel, als dieses sehr gelungene Fest zu Ende ging.
(Bilder: Christine Jann)