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„Baue meine Kirche auf!“

04.05.2026

„Baue meine Kirche wieder auf!“ – unter diesem Motto stand die diesjährige Fußwallfahrt nach Baring.
Diesen Auftrag hatte einst der Hl. Franz von Assisi von Gott empfangen, für Stadtpfarrer Herbert Kohler und das Vorbereitungsteam ist das aber auch in unseren Tagen ein wichtiges Thema: wie können wir heute Kirche aufbauen?

Nachdem die Gruppe um 7:00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein vor der Pfarrkirche St. Peter aufgebrochen war, berichtete Pfarrer Kohler an der ersten Station vom entscheidenden Berufungserlebnis des Hl. Franziskus. In einer kleinen baufälligen Kirche hörte er den Gekreuzigten sagen: Baue meine Kirche wieder auf! Franziskus verstand diesen Auftrag zuerst ganz wörtlich und sanierte das Kirchlein. Erst später verstand er, dass ein ganz anderer Aufbau gemeint war.
In der anschließenden Litanei wurden die „Schäden“ der heutigen Kirche ebenso deutlich angesprochen wie der Auftrag zum Wiederaufbau, der an jeden geht

An der zweiten Station nahm Pastoralratsvorsitzender Michael Ried den Ball auf und informierte, was gerade in der Pfarreiengemeinschaft St. Peter und Hl. Geist geschieht, um vor Ort - ganz im Sinne des Franziskus - eine Erneuerung von innen heraus anzustoßen. Zu diesem Prozess der Pastoralentwicklung gehöre auch die eben gestartete Umfrage, deren Bedeutung er ausdrücklich betonte und zur Teilnahme und Werbung dafür animierte.

Vor dem Schützenheim in Laisacker ging der Impuls von Christine Jann auf die radikale Einfachheit und Armut des Franziskus ein. Aus der Erfahrung eines jungen Mannes aus reichem Elternhaus, dass Sicherheit, Besitz und Materielles Distanz schaffen, wählte er seinen Weg der Armut, um ganz nahe bei den Menschen zu sein.
Wie sieht eine Kirche aus, die nah bei den Menschen ist? Diese Frage begleitete die Pilger auf dem nächsten Teilstück.

In Gietlhausen war die Wallfahrtsgruppe, die mit 25 Personen gestartet war, schon auf 40 angewachsen. Dazu gesellten sich nochmal genauso viele Gläubige dazu, die aus Ried kamen oder in Gietlhausen starteten.
Pfarrer Kohler erinnerte hier an die Friedensbemühungen des Hl. Franziskus, der dazu bis in den Nahen Osten gelaufen war. Die traurige Aktualität solcher Bemühungen nahm eine anschließende „Friedenslitanei“ in den Blick.

Mit dem Blick auf das Baringer Münster setzte Dana Placido noch einen Impuls, der daran erinnerte, wie der Dichter des Sonnengesangs in allen Geschöpfen den Schöpfergott erkannte. Das „Gebet für unsere Erde“ des verstorbene Papst Franziskus begleitete die Gruppe auf dem Weg hinab nach Baring.

Festgottesdienst mit goldener Hochzeit

Wie angekündigt wurde im Gottesdienst auch die Goldene Hochzeit von Angelika und Peter Segeth gefeiert, die genau am 1. Mai 1976 dort geheiratet hatten. „Wir haben beide Glück gehabt“ – dieses Wort des Jubilars stellte Pfarrer Kohler ins Zentrum seiner Predigt. Wenn wir darüber nachdächten, würde jedem etwas in den Sinn kommen, wo sich Dinge gut gefügt hätten, ganz unvermutet Menschen im richtigen Augenblick zur Stelle gewesen seien oder sich etwas ereignet habe, wo man nur sagen könne: „Glück gehabt!“. Auch das Brautpaar bei der Hochzeit von Kana hätte riesiges Glück gehabt, dass Jesus und seine Mutter Maria dabei waren und im Hintergrund die Feier gerettet hätten. „Ob Gott uns nicht oft so hintergründig begleitet?“ fragte der Prediger.

Was für ein Glück an einem solch herrlichen Tag mit so vielen Glaubensgefährten eine solche Wallfahrt erlebt zu haben!