Ostern in Corona Zeiten

06.04.2021 09:29 Uhr

Stadtpfarrer Herbert Kohler schreibt: Ich blicke sehr dankbar auf die vergangenen 5 Tage zurück. Trotz aller Einschränkungen konnten in den 7 Gemeinden der PfarreienGemeinschaft schöne und bewegende Gottesdienste gefeiert werden. „Gott sei Dank durften wir wieder zusammenkommen“, hörte ich fast täglich, „es war 1000 Mal besser als im letzten Jahr.“

Den Gründonnerstag feierten wir an 3 Orten, um die Besucherzahlen im Rahmen zu halten. Leider musste die Fußwaschung entfallen, dafür fanden aber im Anschluss an die Abendmahlsgottesdienste meditative Ölbergandachten statt. Sie brachten das Geschehen im Garten Gethsemani eindrücklich ins Bewusstsein und bereiteten auf den Karfreitag vor.

Der Vormittag des Karfreitags bot Kindern und Familien verschiedene Möglichkeiten, Jesus auf seinem Kreuzweg zu begleiten. Am Nachmittag begannen um 15 Uhr die Karfreitagsliturgien (nur in Ried erst um 17 Uhr). Die Gesänge waren deutlich zurückgenommen und wurden – wie auch in den anderen Gottesdiensten dieser Tage – von unseren fleißigen Kirchenmusikern und von kleinen Gesangsgruppen übernommen.

Die Feier der Osternacht hatte uns im Vorfeld viel Kopfzerbrechen bereitet. Die Kirchen in den kleineren Gemeinden fassten unmöglich die Besucher. Würde der Gottesdienst im Freien aber nicht viel zu lange dauern? Es entstand die Idee, am Karsamstagabend den „ersten Teil“, das Entzünden der Osterkerze und die biblischen Lesungen, im Freien zu feiern und am Sonntag mit Evangelium, Tauferneuerung und Eucharistie fortzufahren. Glücklicherweise spielte das Wetter bestens mit. Bei noch angenehmen Temperaturen und völliger Windstille erlebten die Gemeinden in Bittenbrunn, Sehensand, Wagenhofen und Rohrenfels stimmungsvolle Feiern unter freiem Himmel. Die Osterfeuer begleiteten den gesamten Gottesdienst, die Kerzen tauchten die Kirchplätze in wunderbares Licht, das Exsultet , das Loblied auf die Osterkerze, erklang und die Lesungen führten ein „in das Geheimnis dieser Nacht“, wie es im Gebet hieß. Mit der Speisenweihe wurden die Besucher nach Hause entlassen, sehr viele kamen auch am Sonntagvormittag wieder. Ein ganz besonderes Ostern, das so schnell nicht vergessen wird!

Die beiden Stadtgemeinden St. Peter und Hl. Geist sowie die Gemeinde in Ried feierten die Osternacht zusammenhängend wie gewohnt. Die Kirchen fassten die Besucher gut, in Ried hatte es ein Anmeldeverfahren gegeben. Von überall erreichten mich gute Rückmeldungen.

Am Ostermontag waren die Temperaturen deutlich abgekühlt, es wehte ein kräftiger Wind, der die beiden Freiluftgottesdienste in Gietlhausen und an der Kahlhofkapelle ziemlich durcheinander wirbelte. Trotzdem kamen viele Besucher, die sich freuten, dass an diesen Orten Gottesdienste angeboten wurden. In Hl. Geist erschloss ein Familiengottesdienst den Kindern die Geschichte der Emmausjünger.

Die Feier der österliche Tage war nur möglich durch die Mitarbeit und die Mitsorge vieler. Ich danke meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, besonders Anne Strahl und Michaela Hertl, die die Liturgien an Karfreitag und am Samstagabend einfühlsam und eindrucksvoll mitgestaltet haben. Herzlichen Dank an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer aus den Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungen, allen Mesnerinnen und Mesnern sowie unseren Musikern für ihren großartigen Einsatz!

Siehe auch

Die "Woche für das Leben" unter dem Motto "Leben im Sterben" prägt am 17. und 18. April zwei Gottesdienste.