Fronleichnam und die Sehnsucht nach Gemeinschaft

03.06.2021 19:59 Uhr

(Christine Jann) Auch in diesem Jahr fielen die traditionellen Fronleichnamsprozessionen den geltenden Corona-Auflagen zum Opfer. Trotzdem wurde in allen Pfarreien das Hochfest Fronleichnam gefeiert und überall wurde im Anschluss an die Eucharistiefeiern ausgesetzt, gebetet und der Segen für die kirchlichen und politischen Gemeinden erteilt.

In der Hofkirche zelebrierte Pfarrer Herbert Kohler den sehr gut besuchten Gottesdienst, zu dem sich auch zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens eingefunden hatten.

Wie wichtig für Menschen das Zusammenkommen, die Gemeinschaft sei, erlebe er in diesen Coronazeiten z. B. bei vielen Hochzeiten, Beerdigungen oder Taufen, berichtete der Stadtpfarrer in seiner Ansprache aus seinen täglichen Erfahrungen. Den Menschen falle es extrem schwer, sich nach den Zeremonien wieder zu trennen. Gerade auch an diesen besonderen Tagen des Lebens sei die Sehnsucht einander beizustehen oder sich miteinander zu freuen besonders groß. Er sei daher sehr, sehr dankbar, dass trotz mancher Auflagen in diesem Jahr durchgehend Gottesdienste möglich waren. Ein Ort, wo ganz verschiedene Menschen, mit sicher auch sehr unterschiedlichen Ansichten zusammenkommen und hier noch eine gemeinsame Basis haben, sei extrem wichtig – gerade angesichts der Zersplitterung unserer Gesellschaft, die ihm große Sorgen bereite. Christus habe diese Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach dem gemeinsamen Mahl in der Einsetzung der Eucharistie aufgenommen. Mit der Hingabe seines Leibes möchte er Gemeinschaft stiften – mit ihm und untereinander.

Nach der Eucharistiefeier fand auf dem Karlsplatz unter herrlichem Sonnenschein die Aussetzung und kurze Anbetung statt. In den Fürbitten für den Erhalt der Schöpfung, den Zusammenhalt der Gesellschaft, die von der Coronapandemie besonders hart getroffenen Kinder, die Stadt und die Gemeinden und für die Erneuerung der Kirche war noch einmal die Bedeutung des Miteinander deutlich zu spüren.

Als auf dem Karlsplatz das Ensemble 1508, das den gesamten Gottesdienst wunderschön und feierlich gestaltet hatte, das „Großer Gott“ anstimmte, hätten viele auch zu gerne miteinander laut gesungen. Mit dem Wunsch und der Hoffnung im nächsten Jahr auch wieder miteinander in der Prozession das Allerheiligste durch die Stadt tragen, beendete Pfarrer Kohler das feierliche Hochfest.

(Bilder: Christine Jann)