Pfarrkirche St. Georg

(von Stefanie Stork und Rebecca Rein) Eigentlich sollte die Pfarrkirche im „Unterdorf“ Hessellohe errichtet werden. Doch der Legende nach trugen Vögel das Bauholz auf den Kirchberg – und so wurde die Kirche dort errichtet.

Die heutige Pfarrkirche stammt wohl aus dem 13. Jahrhundert und gehörte zunächst zu dem Neuburger Benediktinerinnenkloster, anschließend zum Jesuitenkolleg, danach zur Malteser Großballei, bevor Ried ein eigenständiges Pfarrdorf wurde.

Nach der abgeschlossenen Orgelrenovierung erfolgte im Jahr 2015 eine komplette Innensanierung. Während der Bauzeit versammelte sich die Gemeinde im errichteten Kirchenzelt im Pfarrgarten an der Ingolstädter Straße. Anfangs herrschte deshalb eine nicht zu unterschätzende Skepsis. Nach dem Experiment jedoch steht fest, dass alle Bedenken unbegründet waren. Die Zeit der Renovierung hat vor allem eins gezeigt: Kirche ist da, wo sich die Gemeinde versammelt. In Ried ist die Kirche nicht nur im Dorf geblieben, sie ist sogar durch das Dorf gezogen und den Gläubigen zum Nachbarn geworden.

Die Pfarrkirche hat währenddessen im Zuge der Innenrenovierung einen neuen Altar erhalten. Der Ort, an dem man sich um Jesus Christus versammelt, wurde von Künstler Joachim Maria Hoppe neu gestaltet. Die Grundform des Altars ist der Kreis. Er ist das Zeichen für Vollkommenheit, aber auch Gemeinschaft. Die Gemeinde versammelt sich um den runden Tisch, um zusammen Mahl zu halten.

  
"Außerdem ist der Altar wie eine Schale geformt. Wie der Abschluss des Hochaltars sich nach oben wölbt, biegt sich der Volksaltar nach unten. Zusammen ergeben sie ein Ganzes. Das ist der formale Aspekt. Die Schale hat aber ebenso eine inhaltliche Bedeutung: Wie wir beim Empfang der Hostie die Hände zu einer Schale ineinander legen, nimmt der Altar als Schale Brot und Wein auf. Er ist ein Zeichen dafür, sich zu öffnen, um empfangen zu können", so der Künstler zu seinem Werk.

Die feierliche und sehr beeindruckende Weihe des neuen Altares fand passend zum Beginn des neuen Kirchenjahres am 29.11.2015 durch Bischof Konrad Zdarsa statt. Somit feiern die Gläubigen in Ried jetzt nicht mehr nur ihr Patrozinium am 23. April sondern ihre „eigene Kirchweih“ zum Ersten Advent.

Mit den heutigen Stadtteilen Ried, Hessellohe und Gietlhausen zusammen umfasst St. Georg Ried circa 820 Katholiken. Neben der Pfarrkirche gibt es noch die Maria-Hilf-Kapelle in Gietlhausen, die 1929 gebaut und geweiht wurde, und die St.-Josephs-Kapelle in Hessellohe, die von Berufsschülern gebaut und 1991 geweiht wurde. Nicht zu vergessen ist der Kreuzweg, den Ludwig von Buxbaum 1878 auf seine Kosten errichten ließ und der nach der Restaurierung 2007 in neuem Glanz erstrahlt.

Adresse Kirche und Friedhof: Eichstätter Staße 9, 86633 Ried

Hier können Sie die Friedhofsordnung Ried einsehen.