Mein Pfingsterlebnis

Der Geist Gottes in
Gestalt einer Taube
(Bild: Wolfgang Böhm)

Es ist Pfingstsamstag Nachmittag kurz vor 15 Uhr.  Ich hab noch etwas in der Heilig Geist Kirche zu erledigen.

Auf dem Rückweg zum Pfarrbüro komm' ich an der Bushaltestelle vorbei und werde von einem Jungen angesprochen, vom Alter her irgendwo zwischen Kommunionkind und Firmling, aber mit ganz schwarzen Haaren und dunklem arabischen Teint, vermutlich Muslim. Er will mit dem Bus zum Schwalbanger fahren.

Gemeinsam stellen wir fest: Jetzt kommt kein Bus mehr! "Ich brauch noch 5 Minuten im Büro, dann fahre ich heim. Wenn du willst und dich traust, bring ich dich zum Schwalbanger", biete ich ihm an. Tatsächlich wartet er noch immer, als ich wenig später mit dem Auto vorfahre.

"Magst du mitkommen?" " Du bist eine Lehrerin. Ich fahre mit dir", kommt seine Antwort und er steigt ein. Schweigend fahren wir bis zur Kinohaltestelle im Schwalbanger. Dort will er aussteigen. Seine Abschiedsworte beeindrucken mich.

Er sagt: "DANKE! GOTT BESCHÜTZE IHNEN!" "Und dich auch", ist meine Antwort.

Das ist heuer mein Pfingsterlebis. Ein muslimer Schüler und eine katholische Lehrerin wünschen sich gegenseitig den Schutz des einen Gottes.

Wie schön wäre es, wenn dieser Geist zwischen allen Menschen wehen würde,
findet Anne Strahl, Gemeindereferentin