Josef - ein Leben für die Musik

Josef Götzenberger

Mit großer Trauer und Bestürzung haben wir vom Tod unseres langjährigen Organisten und Chorleiters Josef Götzenberger erfahren. Er hat in den vergangenen Jahren viele gesundheitliche Krisen überstanden und dabei nicht nur Zähigkeit und Kampfgeist, sondern auch eine beeindruckende gläubige Gelassenheit bewiesen. Nun verstarb er an den Folgen seiner Covid-19 Erkrankung. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und allen Freunden und Weggefährten.

Josef Götzenberger war ein leidenschaftlicher Musiker. Seine besondere Liebe galt der Kirchenmusik und seinen Chören. Er trat am 1. Januar 1988 offiziell in den Dienst der Pfarrei St. Peter. Allerdings hatte er schon ab November 1987, nach dem Tod von Frau Thaller, seinen Dienst begonnen.

Über mehr als 25 Jahre prägte Josef Götzenberger mit seiner unverwechselbaren, kauzigen, immer humorvollen und begeisternden Art die Kirchenmusik in St. Peter. Unzählige Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Requien trugen seine musikalische Handschrift.

Mit großer Freude übernahm er die Leitung des Kirchenchors St. Peter und gestaltete mit ihm viele festliche Gottesdienste auf hohem musikalischen Niveau. Im Frühjahr 2015 reiste sein Kirchenchor eigens zu ihm nach München, wo Josef in einer Schwabinger Klinik auf ein Spenderherz wartete. Genau an diesem Tag kam die Nachricht, dass ein Herz zur Verfügung stünde. Josef wurde für die OP vorbereitet, der Chor sang ohne ihn, doch leider zerschlug sich die Hoffnung wieder und Josef musste noch eine Weile warten.

Sein ganz eigenes "Kind" wurde im Lauf der Jahre der Chor Leuchtfeuer, mit dem er vor allem das neue geistliche Liedgut und Gospels zu Gehör brachte. Leuchtfeuer sang sich unter der Leitung von Josef Götzenberger in die Herzen vieler Neuburger, erreichte Menschen weit über die Pfarrgrenzen hinaus und erhielt im Jahr 2011 den Neuburger Kulturpreis.

Am 1. November 2012 gratulierte Stadtpfarrer Kohler nach dem Festgottesdienst zu Allerheiligen Josef Götzenberger zum 25 jährigen Dienstjubiläum und überreichte ihm eine Ehrennadel des Amtes für Kirchenmusik.

Schon ab Mai 2013 zwangen die immer stärkeren Probleme mit seinem Herzen Josef Götzenberger, sein geliebtes Orgelspiel auszusetzen. Er hatte nicht mehr die Kraft, auf die Emporen zu steigen. Die Untersuchungen ergaben schließlich, dass er auf ein Spenderherz angewiesen war. Nach einer schwierigen Zeit des Wartens schenkte ihm die Transplantation noch fünf gute und auch aktive Jahre. Es ist sehr traurig, dass nun ausgerechnet die neue Covid-19 Erkrankung für ihn zum Verhängnis wurde.

Wir danken Josef für alle seine guten Dienste, seine Freude und seine Hingabe, mit der er Kirchenmusik für uns gelebt hat. Möge er nun aus voller Kehle in die himmlischen Chöre mit einstimmen!

Pfarrer Herbert Kohler