Fronleichnam in Corona-Zeiten

(Herbert Kohler) Ein ganz anderes Fronleichnamsfest erlebten in diesem Jahr die Katholiken in Bayern und weit darüber hinaus. Wegen der corona-bedingten Einschränkungen waren Prozessionen untersagt. Es durften nur Gottesdienste in den Kirchen oder im Freien stattfinden, an deren Ende die Städte bzw. Ortschaften mit dem Allerheiligsten gesegnet werden sollten.

So feierten die Gläubigen in Bittenbrunn, Ried und Rohrenfels jeweils um 8.30 Uhr dieses „kleine“ Fronleichnamsfest, während Hl. Geist, Sehensand und St. Peter zwischen 10.00 und 10.30 Uhr mit ihren Gottesdiensten begannen. Während es am Morgen noch nieselte, blieb es am Vormittag trocken und der Himmel klarte im Lauf des Feiertags immer mehr auf. Dies kam der Gemeinde Wagenhofen sehr zugute, denn dort war eine Messfeier unter freiem Himmel um 18.30 Uhr angesetzt. Bei herrlichem abendlichen Sonnenschein kamen zahlreiche Besucher auf den Kirchplatz und erlebten dort ein frohes Glaubensfest.

Zum Festgottesdienst in der Hofkirche hatte Pfarrer Herbert Kohler, wie jedes Jahr, die Repräsentanten der Stadt und des Landkreises eingeladen. OB Bernhard Gmehling und Zweiter Bürgermeister Johann Habermayr, Landrat Peter von der Grün und seine Stellvertreterin Sabine Schneider, MdL Matthias Enghuber sowie einige Fraktionsvorsitzende des Stadtrats und Stadträte waren gekommen. Pfarrer Kohler berichtete in der Predigt von seiner Erfahrung, dass Fernsehübertragungen die Gefahr in sich bergen, aus Gottesdienstteilnehmern lediglich interessierte Zuschauer zu machen. Jesus wolle aber aktiv Teilnehmende, die sich ganz auf ihn einlassen. Deshalb habe er zu seinem Gedächtnis nicht nur eine Idee oder ein Buch hinterlassen, sondern ein Mahl, in dem er sich mit seinen Jüngern auf Engste verbinden wolle. Er in uns und wir in IHM – unter den Zeichen von Brot und Wein.

Dies entspreche dem Menschen als körperliches und sinnliches Wesen. Menschen bräuchten spürbare, greifbare, reale Zeichen. Liebe könne sich nicht nur in Worten erschöpfen, sondern drücke sich aus in der Umarmung, im Kuss, in der Rose. Menschen bräuchten Zuwendung und reale Nähe. Deshalb habe er große Sorgen angesichts der durch die Pandemie verursachten Distanzierung. Kinder und Jugendliche brauchen Gemeinschaft, alte Menschen dürften nicht ins Abseits geraten. Er hoffe und bete, dass die Entwicklung bald weitere Lockerungen erlaube.

Am Ende zog Pfarrer Kohler mit allen Mitfeiernden zur Mariensäule am Karlsplatz und spendete dort den Eucharistischen Segen für die Menschen in Neuburg.

(Bilder: Christine Jann)